CfP: „Städtische Möglichkeitsräume. Konzeptuelle Konjunkturen und lokale Praxis"

15. Workshop des Netzwerks Kulturwissenschaftliche Stadtforschung am Institut für Europäische Ethnologie, 19. - 20. März 2026. Wir freuen uns über Beitragsvorschläge bis 28. November 2025!

2015 wurde das interdisziplinäre und internationale Netzwerk kulturwissenschaftliche Stadtforschung gegründet, dessen Mitglieder seither einmal jährlich in Wien zu einem Workshop am Institut für Europäische Ethnologie zusammenkommen.

 

CfP zum 15. Workshop des Netzwerks kulturwissenschaftliche Stadtforschung:

„Städtische Möglichkeitsräume. Konzeptuelle Konjunkturen und lokale Praxis“

Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien

19. - 20. März 2026

 

Im Mittelpunkt des 15. Workshops des Netzwerks kulturwissenschaftliche Stadtforschung steht ein erfahrungsgeleitetes Verständnis städtischer Möglichkeitsräume (Kagan/Kirchberg/Weisenfeld 2019), die Bedingungen dafür schaffen oder schaffen sollen, ‚in Gesellschaft‘ zu sein.

Im Kontext rezenter Stadtentwicklungen gewinnen einschlägige Konzepte wie der Dritte Ort, infrastrukturelle Urban Commons oder Qualitäten der Conviviality (wieder) an Aufmerksamkeit. Sie reihen sich in den etablierten Reigen einer geforderten Rückbesinnung auf demokratische Räume gesellschaftlicher Verhandlung ein (z.B. Low 2015; Wildner 2024). Dabei unterscheiden sie sich insbesondere mit Blick auf zugrundeliegende Begegnungsbegriffe und deren Zielsetzungen (z. B. Cassegård 2014; Gaillinger 2025) und reagieren vielfach auf verfallsdiagnostische Perspektiven städtischer Öffentlichkeiten: den Verlust alltäglicher Orte des Austauschs, dringliche Nachhaltigkeitsbestrebungen, Prozesse der Gentrifizierung oder die Sehnsucht nach lokalen Identifikationsorten. Die Auseinandersetzung mit Möglichkeitsräumen eröffnet die Chance, urbane Entwicklungen im Spiegel gesellschaftlicher Stimmungen erfahrungsnah zu erfassen und zugleich kritisch gegenüber normativen Setzungen zu reflektieren (Schmidt-Lauber 2023). Möglichkeitsräume lassen sich von bewusst geschaffenen oder umgenutzten Infrastrukturen des Austauschs bis hin zu informellen Treffpunkten, die sich über Jahre im Stadtraum etabliert haben, dimensionieren.

Wir freuen uns über Beitragsvorschläge, die das Spannungsfeld zwischen normativen Leitbildern in städtischer Planung und Politik und in aktuellen Konzepten einerseits und den alltäglichen, oft unscheinbaren sowie nicht-institutionell gerahmten Praxen des Zusammenkommens im Sinne eines Loose Space (Franck/Stevens 2006) andererseits ausloten. Welche Begegnungskapazitäten (Färber/Derwanz 2021) lassen sich durch kulturwissenschaftliche Stadtforschung greifen? Welche Begriffe eignen sich dazu, Möglichkeitsräume zu benennen? Worauf deutet die Konjunktur bestimmter Konzepte hin?



Wir bitten um Einsendungen von Beitragsvorschlägen mit einem Kurzabstract von ca. 200 Wörtern und einer biographischen Kurznotiz bis zum 28. November 2025 an brigitta.schmidt-lauber@univie.ac.at und felix.gaillinger@univie.ac.at. Der Input sollte maximal 15 bis 20 Minuten dauern. Gerne können Sie auch abweichende Formate (z.B. einen Mini-Workshop, die Diskussion eines Textes, die Präsentation Ihrer Veröffentlichung) im Umfang von bis zu 30 bzw. 45 Minuten vorschlagen.


Das Institut wird die Verpflegung während des Workshops bereitstellen, kann aber leider keine Reise- und Übernachtungskosten übernehmen. Gerne aber buchen wir ein Hotel zu den vergünstigten Konditionen der Universität Wien. Verbindliche Anmeldungen zur Teilnahme erbitten wir bis zum 09. Januar 2026; informieren Sie uns bei der Gelegenheit auch, wenn wir für Sie eine Übernachtungsmöglichkeit reservieren sollen.

Organisation: Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber und Felix Gaillinger, M.A.