Formate der Wiener Werkstatt Ethnographie

 

 

1. Methode und Begriff

Die Frage, was Ethnographie bedeutet und ausmacht, war und ist virulent – einerseits in Anbetracht sich transformierender Forschungsfelder und gesellschaftlicher Realitäten; andererseits angesichts einer immer breiteren Verwendung ethnographischer Methoden in vielen „nicht-ethnologischen“ Disziplinen und auch in praktischen Arbeitsfeldern. Zusätzlich fallen Bedeutungsentleerungen von Begriffen und Methoden auf. Auf Basis der Lektüre und Diskussion methodologischer Texte streben wir eine Methoden- und Begriffsdiskussion und im Bedarfsfall -schärfung an.

 

2. Forschungspraxis und -design*: Anlage und Supervision von ethnographischen Forschungen

Ethnographisches Forschen erfordert ständiges Nachjustieren und Reflektieren. Supervision ist daher ein wichtiger Bestandteil ethnographischen Arbeitens. Die Wiener Werkstatt Ethnographie bietet Raum, laufende Forschungsarbeiten Einzelner in der Gruppe hinsichtlich forschungspraktischer Fragen zu diskutieren. Vor allem sollen in diesem Kontext Forschungsdesigns für geplante Vorhaben, aber auch Schwierigkeiten und Probleme im Feld diskutiert werden.

 

3. Repräsentation und Vermittlung ethnographischen Wissens

Spätestens seit der Writing-Culture-Debatte und der in ihrem Zusammenhang postulierten „Krise der Repräsentation“ bilden Fragen nach einer „angemessenen“ Darstellung ethnographischer Materialien einen wichtigen Bestandteil methodologischer Debatten. Gemeinsam lesen und diskutieren wir ausgewählte ethnographische Texte (close reading) und diskutieren Formen und Probleme ethnographischen Schreibens. Was macht einen guten (oder auch nicht so guten) ethnographischen Text aus?

 In einem weiteren Schritt beschäftigen wir uns mit der Frage, wie ethnographisches Wissen zur Anwendung und Wirkung gebracht werden kann und suchen nach gelungenen Beispielen und Strategien, gewonnenes Wissen zu vermitteln.

 

4. Analyse- und Deutungswerkstatt

Was sehen andere in meinem Material? Da Triangulation mehrerer Forschender eine erprobte und bewährte Strategie der Analyse ist, treffen wir uns nach Voranmeldung in einer kleinen Gruppe zur gemeinsamen Deutung und Interpretation empirischen Materials. Einen Nachmittag im Semester wird intensiv gemeinsam an ethnographischen Quellen gearbeitet.

 

Bitte melden Sie sich vor der Teilnahme an einem Termin bei der Sprecherin und dem Sprecher via E-Mail an!

  • Mittwoch, 08. Mai: 10:00-11:30
    Lektüre von Anna Tsing (2015): The Mushroom at the End of the World: On the Possibility of Life in Capitalist Ruins. Princeton: UP.
  • Donnerstag, 13. Juni: 13:00-14:30
    Diskussion der Dissertation von Christian Elster: Pop Musik Sammeln: Zehn ethnographische Tracks (unveröffentlichtes Manuskript).