Forscher*innengruppe „Figurationen der Ungleichheit“

Ungleichheit ist derzeit gesellschaftlich und medial ebenso Thema wie in diversen sozial-, wirtschafts- und kulturhistorischen Teilbereichen. Die Forscher*innengruppe fokussiert auf vier gesellschaftlich und historisch besonders relevante Dimensionierungen von Ungleichheit: Vermögensverhältnisse, Stadt-Land-Relationen, Geschlechterordnungen und Arbeitsregime.

Ziel der Forscher*innengruppe ist es, Ungleichheit ausgehend von diesen thematischen Schwerpunkten in der konkreten Zusammenarbeit als transdisziplinäre Figuration mehrdimensional zu modellieren. Figurationen (in Anlehnung an Norbert Elias) machen soziale Prozesse im Sinne von dynamischen Beziehungs- und Interdependenzgeflechten identifizierbar und sichtbar und lassen sich in ihren unterschiedlichen Dynamiken zueinander in Bezug setzen. Die zentrale Fragestellung richtet sich darauf, welche Beziehungs- und Interdependenzgeflechte sich zwischen den Ungleichheitsfigurationen in Vermögensverhältnissen, Stadt-Land-Relationen, Geschlechterordnungen und Arbeitsregimen ausmachen lassen und wie diese konzeptuell gefasst, strukturiert werden können.

Die Forscher*innengruppe möchte den innerfakultären Austausch intensivieren, Expertise bündeln und diese für Forschungsanträge und die konkrete Umsetzung in Forschungsdesigns nutzbar zu machen. Es soll eine theoretisch-methodisch und konzeptuell vertiefte Grundlegung laufender und geplanter Projektvorhaben sowie künftiger gemeinsamer Aktivitäten und Veranstaltungsformate in der Forscher*innengruppe geschaffen werden. Besonderes Anliegen ist dabei die aktive Einbindung von Master-Studierenden, PromovendInnen und Postdocs.

Synergien bestehen mit dem Forschungsschwerpunkt Wirtschaft und Gesellschaft aus historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive und Globalgeschichte, der COST Action "Worlds of Related Coercions in WorK" (WORCK), geleitet von Juliane Schiel vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, mit den FWF Forschungsprojekten "The Role of Wealth in Defining and Constituting Kinship Spaces from 16th to the 18th Century" (2020-2023) und "Noble Siblings: Wealth Arrangements & Social Configurations from the Sixteenth to the Eighteenth Century" (Start im Oktober 2021), geleitet von Margareth Lanzinger vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, mit der aktuell im Entstehen befindlichen Arbeitsgruppe „urban_land_scapes“  (u.a. Brigitta Schmidt-Lauber und Manuel Liebig) und dem bewilligten FWF Zukunftskolleg „Space –Spacial Competition and Economic Policies, Discourses, Institutions and Everyday Practices“ mit Georg Wolfmayr und Ana Rogojanu sowie mit dem Ausstellungs- und Dokumentationsprojekt im Weinviertel „SchauFenster“ geleitet von Brigitta Schmidt-Lauber vom Institut für Europäische Ethnologie.